electionsDie Wahlen der Parteien sind in jedem demokratischen Land immer ein sehr wichtiges Ereignis. Besonders in Amerika kann man beobachten, dass die Parteien Millionen von Dollars ausgegeben, um politische Kampagnen zu starten und ihren Kandidaten die bestmögliche Ausgangsposition zu verschaffen. Es werden jeden Tag Umfragen angestellt und überprüft, wie man gerade in der Wählergunst steht. Wenn die Wählerzahlen fallen, muss sich die Public Relations Abteilung etwas einfallen lassen, um die Zahlen wieder steigen zu lassen. Dazu steht den Verantwortlichen eine große Palette von Maßnahmen bereit. Bei großen Wahlen von wichtigen Ländern ist sogar meistens die ganze Welt noch als Zuschauer dabei und alle beobachten die Entwicklung. Dieses große Publikum nutzen viele andere Firmen, um daraus Kapital zu schlagen. Es wird Product Placement betrieben oder man versucht damit zu werben, dass man der gewinnenden Partei nahe steht, um so sein Produkt auch in ein positives Licht zu rücken. In vielen Ländern ist es auch so, dass die Kampagnen der Parteien von großen Konzernen durch Spenden mit finanziert werden, weil sich die Chefs Vorteile versprechen, wenn der Kandidat, den sie unterstützen an die Macht kommt. Dieses Thema wird gerade von der Presse kritisch beäugt, weil es so sein kann, dass Wirtschaftsgrößen den Ausgang einer Wahl beeinflussen, obwohl in demokratischen Ländern ja eigentlich das Volk die Wahl entscheiden sollte. Manche Bürger fühlen sich deswegen unfair behandelt oder überrumpelt, wenn sie erfahren, dass große Firmen bestimmte politische Lager stark unterstützen. Man kann sagen, dass gerade in den Monaten vor den Wahlen die Wählerzahlen immer extrem schwanken, weil sich bestimmte Wähler noch nicht sicher sind in welche Richtung sie tendieren sollen. Genau diese unsicheren Wähler sind dann die Hauptzielgruppe für die Meinungsmacher der Parteien. Die Parteiwerbung versucht teilweise auch mit Populismus zu Punkten, indem sie genau das sagt, was bestimmte Gruppen hören wollen, obwohl man damit andere Gruppen vergrault. Markante und kantige Sprüche sollen dann das „politische Revier“ klar abstecken. Große Massenparteien allerdings können sich nicht immer so scharf abgrenzen, weil sie damit viel zu viele Stimmen an die Konkurrenz verlieren. Diese Parteien versuchen sich deshalb zentral in der politischen Mitte zu etablieren und so möglichst viele Wähler zu erreichen. Ein kleiner Fehltritt kann hier schon bedeuten dass hundertausende Wähler plötzlich die andere Seite wählen und so das Ergebnis komplett umschwenkt. Hier sind dann wieder die Werbespezialisten gefragt die solche Schwankungen für ihre Partei nutzbar machen.

Wetten auf Wahlen

Diese „Rennen“ um den Wahlsieg kann man natürlich aus als Ziel von Wetten benutzen. Diese Kopf-an-Kopf Wettkämpfe sind in etwa vergleichbar mit einem Pferderennen. Hier werden auch vorher Informationen über die Pferde eingeholt und letzte heiße Tipps verwendet, um letztendlich auf den Gewinner zu setzen und mit einer guten Quote einen großen Gewinn zu machen. Man kann das auch mit Wetten bei einer Fußballweltmeisterschaft vergleichen. Hier geht das Turnier auch mehrere Wochen und man kann auf einzelne Spiele oder auf das Gesamtergebnis bzw. den Weltmeister wetten. Diese Wette auf das Ergebnis kann man in etwa vergleichen mit einem Wettmodell um den Ausgang einer politischen Wahl. Der Unterschied ist bei Wetten auf politische Wahlen, dass hier das „Rennen“ viel länger dauert und teilweise Monate lang geht. Man kann sich die Entwicklung anschauen und dann auf die Partei setzen, von der man meint sie wird gewinnen. Es gibt in England bestimmte Wettbüros in denen man genau auf solche Dinge Wetten abschließen kann. Das Interessante hier ist wirklich das hin und her, das man im Wahlkampf hat und die Spannung, die an dem Abend entsteht, wenn das Ergebnis verkündet wird. Die Quoten ändern sich natürlich je nachdem, wie die politische Lage ist und so gibt es normal mehrere Favoriten. Wenn man sich entscheidet auf den Ausgang zu setzen, so erhält man am Ende die feste Wettquote, die aktuell war, als man die Wette abgeschlossen hat. brandenburgerEs sind hier verschiedene Wettmodelle vorstellbar. Man kann zum Beispiel auf den Spitzenkandidaten und die Partei setzen, die die Wahl gewinnt. Oder man spekuliert darauf, dass der Favorit sich einen Fehler leistet und doch nicht als Sieger der Wahl hervorgeht. So eine Wette kann natürlich eine höhere Quote liefern. Es ist auch vorstellbar auf kleine Parteien zu wetten, die an der Schwelle stehen ins Parlament zu kommen. Eine weitere interessante Situation sind die Koalitionsverhandlungen nach der Wahl in Deutschland. Hier könnte man auch darauf wetten, wer am Ende die Regierung bildet und wer in die Opposition muss.

Bei all diesen Wettmöglichkeiten sollte man aber immer im Hinterkopf behalten, dass solche Wetten von manchen Leuten vielleicht als unmoralisch angesehen werden, weil demokratische Wahlen mit als höchstes Gut betrachtet werden, aus dem man kein Spiel machen sollte. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass diese Wetten den Wahlausgang nicht beeinflussen und so nicht in direkter Verbindung mit dem Staatsakt stehen. Da politische Wahlen im westlichen Kulturkreis mit so hohem Sicherheitsaufwand betrieben werden, kann man sich hier auch sicher sein, dass hier kein Betrug möglich ist, was es für die Wettgemeinschaft natürlich auch interessanter macht.